Ingvar Ambjørnsen

Die Nacht träumt vom Tag

Nautilus 2013, 269 Seiten


Dieses Buch habe ich Ralf seit ein paar Monaten vorgelesen, und im August, auf der langen Fahrt zum mehrtägigen Hundetraining und zurück, haben wir es endlich abgeschlossen.

 

In den Wäldern Nordnorwegens lebt eine wilde Gemeinschaft von Aussteigern, alten Hippies, Kleinkriminellen und verkrachten Existenzen: Sune, Ende 30, hat dort sein Revier, lebt von Fischfang und Jagd, quartiert sich in leer stehenden Ferienhäusern ein, hinterlässt den Besitzern Nachrichten und streicht zum Dank dort auch schon mal eine Wand.  Jan und Wanda betreiben einen Biobauernhof und gehören außerdem zu einem Netzwerk, das abgelehnten Asylbewerbern weiterhilft.

Über dieses Netzwerk läuft dem verwilderten Sune eine junge Vietnamesin zu: Vale, eigentlich Minh Hai, die zwei Männer zu vergewaltigen versucht haben. Valte hat sich heftig gewehrt, einen der Männer getötet und den anderen sowie sich selbst schwer verletzt.

Die Polizei sucht Vale und auch Sune, den man bei einem Bootsdiebstahl beobachtet hat. Beide müssen weg aus dem Revier…(Klappentext)

 

Fast wichtiger als die Geschichte sind die Beschreibungen von Sunes immenses Verlangen nach der Ruhe die er nur in der Natur, fern von allen Menschen, findet. (Allerdings stellt er sich immer wieder vor, wie die Besitzer der Hütten sind, während er in ihren Betten liegt und ihre Lebensmittel isst.)

Man kann die Wälder, die Bäume, Pilze, Seen, und die einsamen Hütten in den Bergen sehen und die Luft und Regen praktisch spüren während man liest.


 

Emmanuel Bove

Die Verbündeten

Deuticke 1999, 239 Seiten

 

 

Bitte lesen Sie Emmanuel Bove. Er hat bis zu seinem Tod mit 47 Jahren knapp zwanzig Bücher geschrieben – Sie haben also eine ordentliche Auswahl. Die Verbündeten müssen Sie gelesen haben, sonst wird Ihnen für immer etwas in Ihrem Leben fehlen.

Das schreibt Thomas Glavinic in Meine Schreibmaschine und ich (siehe auch Books about Books).

 

Es fehlen eine ganze Menge Sachen in meinem Leben, aber wenigstens nicht mehr das…

 

Das Buch habe ich gerade beendet und es war klasse. Wahnsinnig gut beschriebene Charaktere. Louise und ihr Sohn Nicolas verkaufen ihr Mobiliar und ziehen nach Paris. Statt eine Arbeit zu suchen, leben sie einfach von dem Geld was sie haben, bis es aufgebraucht ist. Danach leihen sie Geld von Verwandten und Freunde, aber das Erste was sie machen wenn sie wieder Geld haben, ist,ins Theater gehen, in Restaurants speisen, Kleider und Parfüms kaufen, usw. bis auch diese Summen wieder zu Ende neigen. Mit der Zeit werden die Freunde rarer und die Geldbeträge kleiner, trotzdem ändert sich nichts an ihrem Verhalten.

 

Klappentext vom Roman:

In Die Verbündeten, einem seiner Hauptwerke, das 1927 in Paris erschienen ist, porträtiert Emmanuel Bove seine Mutter und seinen Bruder Léon, die sich im Kampf gegen ihr Schicksal zusammengetan hatten. Geld, eine wahre Obsession im Leben und Werk Emmanuel Boves, ist auch hier eines der wichtigsten Themen. Seine Beziehung zu Mutter und Bruder war lebenslang schwer davon belastet, dass die beiden ihn als ihren Ernährer betrachteten – ihn, den Schriftsteller, der selbst kaum über die Runden kam. Radikal und schonungslos zeigt Bove seine Figuren in ihrer Unfähigkeit zu handeln, in ihrem ausweglosen Scheitern. Peter Handke, ein großer Bewunderer Emmanuel Boves, meinte zu Die Verbündeten: „Ich könnte so ein Buch nicht schreiben. Man bräuchte viel Mut dazu.”

 

 

 

 

Szczepan Twardoch

Morphin

Rowohlt 2014, 590 Seiten 

 

Warschau 1939: Leutnant Konstanty Willemann, vor dem Krieg ein Bonvivant und Dandy, streift durch die zerbombte, soeben noch blühende Stadt, in der die deutsche Besatzung alle Freiheit erstickt. Konstanty, väterlicherseits selbst Deutscher, betäubt sich mit Alkohol und Morphin — denn er ist zerrissen zwischen seinem versehrten Vater und seiner fanatischen Mutter, und er ist noch mehr zerrissen zwischen seinem unsteten Leben mit rauschhaften Nächten bei der jüdischen Edelprostituierten Salomé und der Sorge um die Zukunft seiner Familie, um seine Ehefrau und den vergötterten kleinen Sohn. Doch dann schließt Konstanty sich dem Widerstand an. Getarnt mit der väterlichen Uniform und tadellos Deutsch sprechend, wagt er immer riskantere Aktionen und lernt sich bald besser kennen — als einen erschreckend anderen. Eine konspirative Reise mit der undurchschaubaren Adeligen Dzidzia führt ihn durch eine Vorhölle verwüsteter Landschaften in das noch heile Budapest. Die Fahrt wird für Konstanty zur Prüfung, ob er sich dem Untergang, der Warschau ergriffen hat und ihn selbst mitzureißen droht, noch entziehen kann … Sinnlich und radikal erzählt Szczepan Twardoch die Geschichte eines faszinierenden, schillernden Helden und entwirft ein großes Panorama der vom ersten Beben des Zweiten Weltkriegs erschütterten Zeit — voller Erinnerungen an die unwiederbringlich zerstörte Schönheit, voll unvergesslicher Szenen, wie Konstanty Willemann gleichsam durch ein Fegefeuer zu sich selbst findet. Ein virtuoser, atemloser und gewaltiger Roman. (Text von der Rowohlt Seite wo es auch eine Leseprobe gibt)

 

 

Diese Kombination vom Titel 'Morphin' und Titelbild, ‚Paar im Zimmer’ von Ernst Ludwig Kirchner (hängt übrigens in der Kunsthalle HH, da muss ich jetzt hin…) konnte ich nicht widerstehen, da bin ich wirklich leicht zu verführen!

 

Die Geschichte von Konstanty wird in der ersten, zweiten und dritten Person erzählt, wobei die Zweite etwas rätselhaft war. Ich glaube, diese allwissende Stimme, die die Grenzen der Zeit nicht kennt, die auch in die Zukunft schauen konnte (wie die jeweiligen Personen einmal sterben werden) war das Leben. Nicht sein Leben, sondern das Leben an sich. Seine Schwester wäre dann der Tod. Aber sicher ist das nicht. Teilweise staccatohaft geschrieben, teils Bewusstseinsstrom, alles fließt ineinander, von der Gegenwart zu weit zurückliegende Erinnerungen oder die Erinnerung an einer Geschichte die jemand mal erzählt hat.

 

Tolles Buch!

 

 

 

 

Thomas Meyer 

Wolkenbruchs wunderliche Reise in die Arme einer Schickse

Diogenes, 267 Seiten 

 

„Farkakt“ rief meine Mutter hinter ihrem geblähten Luft-batajl hervor…(als die Mutter in ein Audi reinfährt und der Airbag sich auslöst)

 

Die mame von Motti (Mordechai Wolkenbruch) sucht eine Frau für ihn; alle nette rundliche Mädels, aber es ist keine dabei die ihn interessiert. Am liebsten möchte er Laura kennen lernen, die auch an der Uni studiert. Leider ist sie eine schickse und das geht gar nicht. Stück für Stück wagt Motti sich aus seiner vertrauten Welt heraus und lernt alles Mögliche über sich selber, seiner Familie und über die schicksen auch. Die Szenen in Tel Aviv sind herrlich wo er zu seinem Onkel geschickt wird um sich da in eine Israelische Frau zu verlieben. Die ganze Geschichte wird mit vielen Jiddischen Wörtern erzählt. (hinten gibt es ein Glossar) und die Mutter ist absolut überzeichnet, bis ins Absurde – hoffe ich zumindest, dass sie überzeichnet ist…

 

Und Blizbrif ist ein viel schöneres Wort als E-Mail, finde ich!

 

 

 

 

Lukas Bärfuss

Koala

Wallstein 2014, 182 Seiten

 

 

Es war eine Lüge zu behaupten, dass man die Selbstmörder nicht verstand, im Gegenteil. Jeder verstand sie nur zu gut. Denn die Frage lautete nicht, warum hat er sich umgebracht? Die Frage lautete: Warum seid ihr noch am Leben? Warum verkürzt ihr nicht die Mühsal? Warum nehmt ihr nicht gleich den Strick, das Gift oder den Revolver, warum öffnet ihr nicht das Fenster, jetzt gleich? 

 

Lukas Bärfuss erzählt über seinen Halbbruder der Selbstmord beging. Das Buch fängt mit dem letzten Treffen der Beiden an und versucht sein Leben und Tod zu analysieren, dass er „nichts“ gemacht hat, nichts hinterlassen hat, in einer Welt in dem Ehrgeiz und Fleiß bewundert wird. Was ist ein Leben, was bleibt davon übrig, wie sollte man es verbringen?

 

Der Bruder wurde schon als Kind im Pfadfinderlager Koala getauft, und ein Teil des Buches erzählt von diesem Tier und die Menschen die es jagten. Beziehungsweise, es gar nicht jagen mussten, weil es sich ja kaum bewegt. Alles was es macht ist essen, schlafen, existieren.

 

Es fehlte jeder Fanatismus, er hatte sein Leben nicht hingeworfen, er hatte es abgelegt, zurückgegeben wie den Schlüssel einer Wohnung, aus der man zieht, mit nostalgischen Erinnerungen an die darin verbrachten Jahre vielleicht, doch gleichzeitig bewusst, wie überflüssig diese Schlüssel geworden ist.

 

 

 

Amélie Nothomb

Blaubart

Diogenes 2014, 143 Seiten 

 

Das Märchen vom Frauenmörder Blaubart, neu interpretiert: Die junge Saturnine bezieht ein Zimmer im Pariser Stadtpalais des Adeligen Don Elemirio. Wird sie seinem Charme ebenso erliegen wie ihre acht Vorgängerinnen, die allesamt spurlos verschwunden sind? Was wird siegen: Gefühl oder Verstand? (vom Buchumschlag)

 

Uta Neb von der Buchhandlung Slawski hatte dieses Buch als „ein reizendes nutzloses Lesevergnügen“ beschrieben, also habe ich es prompt gekauft. Wie ein glas Champagner – der reichlich in der Geschichte fließt – man kann es sich ja zwischendurch mal gönnen. Wenn ich das vorher gewusst hätte, hätte ich eine Flasche vor dem Lesen geöffnet! Witzig geschrieben.

 

 

 

Carlos Ruiz Zafón

Der Fürst des Parnass. Eine Erzählung

Fischer 2014 

 

Eine Erzählung über die Anfänge vom Friedhof der Vergessenen Bücher Geschichten. 

 

Und erzählen tat er, denn in seinen Adern floss der Wein des Berichtens, und der Himmel hatte gewollt, dass es seine Gewohnheit war, die Dinge der Welt zuerst sich selbst darzulegen, um sie zu verstehen, und danach den anderen kundzutun, in die Musik und das Licht der Literatur gekleidet, denn er erahnte, dass das Leben, wenn schon kein Traum, so doch zumindest eine Pantomime war, wo die grausame Ungereimtheit der Geschichte immer hinter der Kulissen floss, und zwischen Himmel und Erde gab es keine größere und wirksamere Rache, als die Schönheit und den Geist mit der Macht des Wortes zu meißeln, um hinter der Sinnlosigkeit der Dinge den Sinn zu finden. 

 

Und wenn Ihr den Sinn doch nicht findet, könnt Ihr trotzdem mit dieser Erzählung für kurze Zeit die Sinnlosigkeit der Dinge entgehen, und das ist auch was…

 

 

 

 

W.G. Sebald

Austerlitz

 

 

Dieses Buch muss man aufmerksam lesen. Nicht nur, weil es mehr oder weniger ein einziger Paragraph ist, und die Sätze unendlich lang, sondern weil es eine ganz eigenartige und melancholische Stimmung erzeugt und manche Gedanken so perfekt formuliert sind, dass man sie ja nicht überfliegen darf.

 

Die Kurzfassung aus dem Buch:

 

Jacques Austerlitz heißt der rätselhafte Fremde, den der Erzähler einst in einer dunklen Bahnhofshalle kennenlernte. Als der Zufall die beiden Männer an den unerwartetsten Orten wieder zusammenführt, enthüllt sich Schritt für Schritt die Lebensgeschichte dieses schwermütigen Wanderers. Austerlitz, der seit vielen Jahren in London lebt, ist kein Engländer. In den vierziger Jahren ist er als jüdisches Flüchtlingskind nach Wales gekommen. Der Junge wächst bei einem Prediger und seiner Frau heran, und als er nach vielen Jahren seine wahre Herkunft erfährt, weiß er, warum er sich als Fremder unter den Menschen fühlt. W.G. Sebald, einer der bedeutendsten und eigenwilligsten Erzähler unserer Zeit, verfolgt in seinem Buch die Geschichte eines Entwurzelten, der keine Heimat mehr finden kann. 

 

Es dauerte mehrere Seiten bis ich im Buch ‚drin’ war, ob das jetzt am Schreibstil liegt oder weil ich immer wieder ‚gestört’ wurde, weiß ich nicht. Aber irgendwann merkte ich, dass ich starr auf dem Sofa saß und las und las und las…Es ist fast so als ob der Autor einmal tief Luft holte und anfing zu erzählen und hörte nicht auf bis er fertig war. Und so habe ich das Buch dann auch gelesen, mehr oder weniger in einem Atemzug durch, immer wieder Sätze (oder Satzteile) markierend, die mir gefielen und fand es Schade, dass das Buch zu Ende war.

Der Autor meinte, das Buch ist kein Roman, sondern ‚ein Prosabuch unbestimmter Art.’ 

 

Genau kann niemand erklären, was in uns geschieht, wenn die Türe aufgerissen wird, hinter der die Schrecken der Kindheit verborgen sind. 

 

…wie wenig wir festhalten können, was alles und wie viel ständig in Vergessenheit gerät, mit jedem ausgelöschten Leben, wie die Welt sich sozusagen von selber ausleert, indem die Geschichten, die an den ungezählten Orten und Gegenständen haften, welche selbst keine Fähigkeit zur Erinnerung haben, von niemandem je gehört, aufgezeichnet oder weitererzählt werden, Geschichten zum Beispiel, das kommt mir jetzt beim Schreiben zum erstenmal seit jener Zeit wieder in den Sinn, wie die von den…

 

 

Spiegel Interview mit W.G. Sebald, 12.03.2001 über dieses Buch:

http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-18700596.html

 

 

 

 

Leo Ågren

Leo Nilheims Geschichte

(Original Titel: Krigshistoria – übersetzt a.d. Schwedischen von Erik Glossmann)

Osburg Verlag Hamburg 2014 

 

In 1958 in Leningrad lernt Leo Ågren einen russischen Dolmetscher namens Leo Nilheim kennen und schreibt nachher seine Geschichte nieder. Über seine Kindheit in einem kleinen Dorf, wie der Eber Rasputin nach Sibirien verfrachtet wurde und vor allem über den Krieg. Erst über die Zeit als er im bitterkaltem Winter gegen die Finnen kämpfen musste und dann von seiner Zeit als Kriegsgefangener, erst als Holzarbeiter im Lager und dann als Helfer bei einem Bauer in Österbotten.

Das wird alles mit knappen Worten beschrieben, nüchtern skizziert mit einem Detail hier und da und oft sind es nur Andeutungen. Aber das reicht. Der Hunger. Die Kälte. Die Müdigkeit.

“Und manchmal ertappte man sich dabei, wie man die beneidete, die nur fallen mussten.”

Der Krieg wird vom Sichtpunkt des einfachen Soldaten beschrieben, und da ist nichts heldenhaftes dabei. Ågren schreibt mit einer Prise ironischem Humor der hin und wieder zum schmunzeln bringt, trotz des Themas. „Später erfuhr ich, dass er befürchtet hatte, einen religiösen Russen erwischt zu haben, denn mit Gebeten ging ihm schon seine Frau auf die Nerven.“

Das ist ein schmales Buch, nur 148 Seiten. Es lohnt sich auch, das Nachwort des Übersetzers, Erik Glossmann, zu lesen.

 

 

Arturo Pérez-Reverte

Dreimal im Leben

 

 

In 1928 treffen Max und Mecha sich zum ersten Mal. Er ist Eintänzer auf einem Schiff auf dem Weg nach Buenos Aires, sie die reiche Frau eines Komponisten. In Buenos Aires führt Max das ungewöhnliche Ehepaar durch Tangobars und beginnt eine leidenschaftliche Affäre mit Mecha. Neun Jahre später treffen sie sich zufällig  in Monte Carlo und dann wieder 29 Jahre später in Sorrent wo sie ihren Sohn, einen berühmten Schachspieler, begleitet.

 

Es ist eine schöne, melancholische Geschichte, die wieder zeigt, dass die besten Liebesgeschichten die sind, die nicht sein dürfen oder können, was auch immer die Gründe dafür sein mögen. 

 

Pérez-Reverte ist einer meiner Lieblingsschriftsteller und am besten fand ich bis jetzt Der Club Dumas und Das Geheimnis der Schwarzen Dame.

 

 

 

Claire Beyer

Refugium

Frankfurter Verlagsanstalt, 2013 

 

Claudia’s Mann Robert testet Autos für eine deutsche Firma in Nord-Schweden und scheint mit einem Testwagen verschwunden zu sein. Also reist Claudia nach Arjeplog in Lappland und lebt bei Birgitta, eine Einheimische die Zimmer vermietet während der Fall geklärt wird. Es ist Winter und die Landschaft ist karg und eisig. Die Menschen teilweise auch. Die Sorge um Robert ist nicht so Seelen zerfressend wie man es vielleicht erwarten würde, die raue Angst die man in so einem Fall erwarten würde, fehlt. Es ist fast so, als ob Robert – obwohl da einige Rätsel zu seinem Verschwinden sind – nur als Grund dient, Claudia nach Lappland zu bewegen und länger da zu bleiben. Es ist trotz allem eine sehr ruhige Geschichte und die tollen Beschreibungen der Landschaft und Leben da machen Lust auf Lappland im Winter. 

 

 

 

 

 

Urs Schaub

Der Salamander

2012 Limmat Verlag, Zürich 

 

Das vierte Buch mit Ermittler Simon Tanner.

Tanner ermittelt zusammen mit seinem Freund und Kommissar Serge Michel. Beide essen und trinken gerne und man sollte nicht mit leerem Magen lesen. Am besten wäre es, das Buch an einem regnerischen Herbsttag in ein gemütliches Restaurant mitzunehmen, wo man leckeres Essen und gutes Bier serviert bekommt, sich in eine Ecke einzunisten und da zu lesen. Tanner begegnet immer wieder interessanten Charakteren und hat erotische Abenteuer mit tollen Frauen. 

 

Die anderen Tanner Bücher sind:

Tanner 2003 Pendo Verlag

Das Gesetz des Wassers 2006 Pendo Verlag (soweit ich mich erinnern kann, hat dieses mir am besten gefallen)

Wintertauber Tod 2008 Pendo Verlag 

 

 

 

 

 

Eva Menasse

Quasikristalle

2013 Kiepenheuer & Witsch 

 

Dreizehn Kapitel über eine Frau, alle erzählt von verschiedenen Personen. Im ersten Kapitel ist Xane Molin vierzehn Jahre alt und im letzten ist sie eine Großmutter. In einem Kapitel in der Mitte wird von ihrer eigenen Perspektive erzählt.

Wie sehen andere Leute uns und wie nah ist das an unserem Selbstbild und was ist die Wahrheit? Muss man die Wahrheit letztendlich wissen?

 

 

 

 

Ursula Poznanski

Blinde Vögel

2013 Rowohlt 

 

Krimi. Ich habe dieses Buch gekauft, weil ich dachte, es ist ein ‚Buch über Bücher’, ist aber ein Teil einer Krimiserie (der 2. Fall – kann man aber lesen ohne das erste Buch zu kennen). Hier der Klappentext: 

 

Zwei Tote bei einem Salzburger Campingplatz. Die einzige Verbindung zwischen ihnen: eine Facebook-Gruppe, in der beide Mitglieder waren. Dort werden Gedichte voller Todesahnungen ausgetauscht. Zufall? Beatrice Kaspary ist misstrauisch. Dann stirbt eine weitere Frau aus der Lyrik-Gruppe… 

 

Das Buch ist gut geschrieben und es gibt auch jede Menge Gedichte. Allerdings ist die Lösung…weniger lyrisch.

 

 

Tibor Rode

Das Rad der Ewigkeit

2013 Bastei Lübbe 

 

Johann Bessler – mit Künstlername Orffyreus – behauptet in 1712, ein Perpetuum Mobile erfunden zu haben. Wissenschaftler, u.a. Isaac Newton wollen das nicht wahr haben und versuchen ihn zu vernichten. Dreihundert Jahre später bekommt ein Patentanwalt, Robert Weber, verschlüsselte Informationen über diese Maschine in den Händen und zusammen mit Buchrestauratorin Julia ist er bald auf der Flucht weil es auch andere gibt, die alles für diese Informationen geben würden.

 

 

Die historischen Beschreibungen über Bessler und seine Zeit waren gut beschrieben. Die Abenteuer von Robert und Julia im Thriller Manier a la Grisham usw. Am meisten wünscht man sich, dass so eine Maschine doch irgendwie möglich wäre! Spannend.

 

 

 

 

Astrid Rosenfeld

Elsa Ungeheuer

2013 Diogenes

 

 

(Klappentext)

 

Lorenz Brauer ist der neue Star der internationalen Kunstszene. Doch kaum einer ahnt, dass hinter seinem kometenhaften Aufstieg nicht nur Talent, sondern der raffinierte Plan zweier einflussreicher Frauen steckt.

Karl Brauer, Lorenz’ jüngerer Bruder, weiß das natürlich. Und auch, dass die verrätselten Bilder des aufstrebenden Malers ihren Ursprung in der Kindheit haben – in der Zeit, als Lorenz und Karl gerade ihre Mutter verloren hatten und Elsa in ihr Leben trat. Elsa mit den Streichholzarmen, dem rotzfrechen Mundwerk, den extravaganten Kleidern. Das Mädchen, an das einer der Brüder sein Herz verlor und der andere seine Illusionen. Das Mädchen, das keiner von beiden vergessen kann.

 

 

Aus der Kindheit, am Tisch mit der Haushälterin und einem anderen Hausbewohner, Herrn Murmelstein: 

 

Meinem Vater zuliebe hätte ich seine Leibspeise sogar mit einem Lächeln verzehrt. Aber ohne ihn am Tisch ergab es überhaupt keinen Sinn, die widerlichen Fleischbröckchen in mich hineinzustopfen. Lorenz dachte nicht anders. Wir jammerten so lange, bis unsere Haushälterin sich erbarmte.

 

„Das arme Herzjesulein, was hätte es gegeben für eine letzte warme Mahlzeit“, seufzte sie, während mein Bruder und ich zufrieden Marmeladenbrote aßen.

„Ach Frau Kratzler, so einen Unfug habe ich lange nicht mehr gehört. Niemanden, der am Kreuz hängt, gelüstet es nach Innereien. Ein kühles Bier, eine kubanische Zigarre, eine Fellatio, das sind letzte Wünsche, aber sicher nicht ein Teller Nierchen.“

Seite 159 

 

Mann kann über die Liebe eines kleinen, dicken Jungen lachen. Aber man sollte nicht.

Seite 180 

 

„Und was war davor? Bevor du an der Kunstakademie angenommen wurdest, bevor sich Mirberg oder sonst wer für dich interessiert hat?“

„Aber jetzt weiß ich, wie es sich anfühlt. Wenn das, was du machst, auch für andere eine Bedeutung hat.“

 

 

 

 

Friedrich Dönhoff

Seeluft

2013 Diogenes 

 

Was zählt mehr: Geld oder Natur? Globaler Handel oder saubere Luft? Als ein Hamburger Reeder am Fischmarkt tot aufgefunden wird, hat der junge Kommissar Sebastian Fink einen neuen Fall. Er bekommt es mit einem brisanten umweltpolitischen Thema zu tun.

(Klappentext) 

 

Dritter Fall für Sebastian Fink, ein junger sympathischer Ermittler in Hamburg, der Single ist aber mit einer Freundin und ihrem Sohn zusammenwohnt in eine Art WG. 

 

Die ersten beiden Krimis sind:

Savoy Blues, 2008 Diogenes

Der Englische Tänzer, 2010 Diogenes